Streit ums goldene Google-Kalb: was ist besser, günstiger, effektiver – SEO oder Online-PR

Zwei Top-Marketing-Fachleute über den erbitterten Streit, um Platz 1 bei Google und die unterschiedlichen Methoden, die einen dahin führen – oder auch nicht.

Jörg Leonhard ist Projektmanager beim großen deutschen Online-Presseportal “Portal der Wirtschaft” und demgemäß ganz nahe am Wissen über die immensen Möglichkeiten von Online-PR in Verbindung mit Google-Ranking. Alois Gmeiner ist “Der Werbetherapeut” http://www.werbetherapeut.com, vielfacher Buchautor (No Budget Marketing, Der Königsweg für Low-Budget Öffentlichkeitsarbeit: Online-PR, Die 7 Todsünden bei Werbung mit Flyer, Flugblatt, Postwurf, etc.) und einer der wichtigsten Fachmänner, wenn es um die Themen Low-Budget Werbung, Guerilla-Marketing und Guerilla PR geht. Gmeiner ist daher immer auf der Suche nach dem günstigsten und effizientesten Weg vom Unternehmen zum Kunden. Diese beiden Spezialisten trafen sich zum Streitgespräch über das Für und Wider von SEO und Online-PR für ein gutes Google-Ranking und die bessere Findbarkeit der eigenen Homepage in den unendlichen Weiten des Internet. Das Interview bietet viele neue Erkenntnisse und zeigt zwei Dinge deutlich auf: einerseits wie einfach und günstig man mit Online-PR, kontinuierlicher Publizität und Guerilla-PR im Internet findbar wird (Gmeiner nennt nicht umsonst Online-PR nach dem von Ihm entwickelten O.O.PR-System, die weltweit günstigste Kommunikationsform). Und andererseits, wie verkompliziert SEO von selbsternannten Optimierungs Gurus gemacht wird, die mit ständigem Drehen an den SEO-Reglern, den eigenen Kunden Monat für Monat viel Geld abknöpfen. Jörg Leonhard hat dazu einen klaren Standpunkt – SEO ist wichtig und richtig – aber all zu viel ist ungesund.

Hier dieses hochinteressante Fachgespräch mit vielen Tipps und Tricks, in vollem Wortlaut:

Der Werbetherapeut:
Herr Leonhard, Sie sind Projektmanager bei einem der großen Online-Presseportale, dem Portal der Wirtschaft http://www.portalderwirtschaft.de und beschäftigen sich mit Online PR bereits seit einigen Jahren. Unser Zusammentreffen war sehr ungewöhnlich. Sie haben mir eine begeisterte Mail zu meinen Ausführungen über das O.O.PR-System und damit zu meiner Sicht über Online-PR geschrieben und in fast allen Bereichen meine Ausführungen bestätigt.

Jörg Leonhard:
In der Regel konzentrieren sich Unternehmen darauf Google möglichst trickreich zu manipulieren. Den Schwerpunkt auf gute Inhalte zu setzen, ist da eindeutig der bessere Weg. Content ist King und es sollte viel Aufwand darin investiert werden. Bei einem begrenzten Budget ist es ganz klar der beste Weg. Wir stimmen in “fast” allen Bereichen überein – in einem Punkt bin ich anderer Ansicht!

Der Werbetherapeut:
(lacht) Stimmt – auf den Punkt kommen wir natürlich auch noch zu sprechen. Keine Angst, ich lasse auch Kritik zu und lerne bei jedem Gespräch, das ich mit Fachleuten führe. Zuerst aber – wie stehen Sie zu dem Hype um SEO und die oft sehr kategorischen Ansichten der sogenannten Optimierungsfachleute und Webdesigner, wenn es um Suchmaschinenoptimierung geht? Ist das noch zeitgemäß?

Jörg Leonhard:
Ich freue mich über diesen fachlichen Austausch sehr. Aufgrund der Größe von PDW (Portal der Wirtschaft), werde ich regelmäßig von SEO-Agenturen kontaktiert. Ich kann bestätigen, dass gerade diese Fachleute und nicht nur Webdesigner, häufig fürchterlich auf dem Holzweg sind. Man kann und will einfach nicht von den alten SEO-Verfahren lassen. Der Mensch neigt dazu den einfachen Weg zu wählen. Die Problematik dabei ist, dass SEO früher ein Handwerk war. Heute ist SEO eine Wissenschaft, vielleicht auch eine Philosophie. Viele können diese Veränderung nicht kompensieren. Heute sind ganz andere Dinge relevant, als noch vor wenigen Jahren. Diese Dinge haben viel mit content zu tun.

Der Werbetherapeut:
Genau, ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Selbstsicherheit diese selbsternannten SEO-Gurus auftreten und immer das gleiche Gebet aufsagen – du musst deine SEO einem Profi überlassen und der muss jeden Monat für teures Geld “Optimierungen” machen, damit du auch ja ganz oben in den Google Suchanzeigen bist. Dabei wird negiert, dass Google genau das versucht zu verhindern, dass nämlich durch künstliche Tricks, ein Vorteil bei der Findbarkeit erreicht wird. Aber alle SEOler glauben den Stein der Weisen gefunden zu haben.

Jörg Leonhard:
Eines muss klar sein, der Unterhalt einer Website kostet Geld. Monat für Monat. Auch für Marketing. Das wird immer wieder vergessen. Denken wir an einen Webshop. Diese sind häufig in einem sehr schlechten Zustand. Was die Verkaufsräume in der Realität angeht, dort ist das Beste vom Besten gerade gut genug.

Aber SEO-Guru ist eine treffende Bezeichnung. Es ist mir immer wieder eine Freude auf solche Leute zu treffen. Oft zeichnen Sie sich allerdings nur durch ein enormes Selbstbewusstsein und eine große Klappe aus. High-End-SEO hat ganz klar seine Berechtigung. Dies allerdings nicht unbedingt bei kleinen und mittleren Unternehmen. Hier werden schnell teure und langwierige Verfahren empfohlen. Oft bedeutet dies mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Dabei ist es mit gutem content häufig schon getan und die Firmen werden von ihrer Zielgruppe gefunden. Ich denke da gerade an meinen Zahnarzt, der zwei vollkommen sinnfreie Landingpages besitzt. Guter content ist die Basis jeder Optimierung. Später kann man sich dann dem technischen SEO widmen, um das Potential einer Website auszuschöpfen. Das ist dann auch notwendig, da man mit deutlich mehr traffic zu kämpfen hat. Dabei ist es immer wichtig die Wirtschaftlichkeit im Auge zu behalten. Es gibt teure und günstige Verfahren. Nicht immer bedeutet teuer gut. Allerdings gibt es kein Allheilmittelt oder die eine (!) Lösung. Das Einzige, was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass man möglichst viel guten Content schaffen sollte. Nur hier kann man sicher sein, dass es funktioniert und es bei einem späteren Google-Update nicht zur Abstrafung kommt. Wenn Sie also mit einem begrenzten Budget SEO machen wollen, dann ist guter content der wirtschaftlichste und nachhaltigste Weg.

Bestenfalls habe ich das Vertrauen des Users bereits durch meine Artikel gewonnen. Dann führt ein holperiger Bestellvorgang nicht zwangsläufig zum Abbruch. Oder was interessiert mich, wie hoch meine Seite in den Suchergebnissen steht, wenn ich bei Google mit vielen guten Artikeln auf Seite eins der Suchergebnisse ranke. Gerade bei neuen Seiten dauert dies nämlich Monate. Mit unique content und einem guten Portal, ist dies über Nacht machbar. In der vergangenen Woche war ich mit meinem Entwicklungsleiter auf dem SEO-Day. Dies ist eine Fachkonferenz für Suchmaschinenoptimierung. Die Firmen, die über Jahre hinweg Linkbuilding betrieben haben, sind heute damit beschäftigt, genau diese Links wieder abzubauen, da sie heute schädlich sind. Dies betrifft inzwischen einen großen Teil der technischen SEO-Verfahren. Unverständlicher Weise lieben viele SEO-Gurus diese Verfahren weiterhin. Die SEOs, von denen ich am meisten gelernt habe, waren ruhige Charaktere, nicht die Gurus.

Der Werbetherapeut:
Das höre ich immer wieder – welche enorme Summen, da Monat für Monat für Pseudo-SEO ausgegeben wird. Dabei wäre Online-PR um so viel günstiger -und schlussendlich auch nachhaltig effektiver.

Jörg Leonhard:
Ich kann statistisch belegen, dass “unique content” der entscheidende Faktor ist. Dabei darf man nicht vergessen, dass Googles mächtigstes Werkzeug gegen Manipulation, die Trägheit ist. Man muss Geduld haben. Spezialisiert man sich auf Content, so liefert man das, was Google will: Eine gute Information. Ich habe den Vorteil, dass ich auf eine Datenbasis von 300.000 indexierten Seiten zurückgreifen kann. Ich greife immer wieder Akteure auf und beobachte deren Entwicklung über Monate. Ich verfüge über ein großes Netzwerk. Hierbei habe ich Unternehmer angesprochen und begleite sie bei Ihrer SEO-Entwicklung. Voraussetzung war, dass zuvor kein SEO betrieben wurde. Weiteres Kriterium ist, dass Sie dies alleine bewerkstelligen. Die Gewinner waren stets die, die guten Content geschrieben haben. Nichts desto trotz spielen technische Faktoren ebenso eine Rolle. Je kleiner das Projekt ist, desto mehr treten technische Faktoren in den Hintergrund. Hat man nur Konkurrenten, für die SEO ein Fremdwort ist, so ist es ausreichend nur ein kleines bisschen besser als diese zu sein, um vor ihnen zu ranken. Schwere SEO-Geschütze kosten da nur unnötig Geld und bieten nur kurzfristig Erfolg.

Der Werbetherapeut:
Ihre Meinung zum Mantra “Backlinks”. Ich hab noch nie meine Backlinks kontrolliert – dennoch steigen meine Zugriffe von Monat zu Monat – nur durch Online-PR Aussendungen.

Jörg Leonhard:
Zum Thema Backlinks stellt sich die Frage, wie wichtig diese heute noch sind. Man halte sich auch vor Augen, dass der PageRank ein Werkzeug ist, das aus der Steinzeit stammt. Das Patent wurde 1996 angemeldet. Darüber hinaus gibt es kein Werkzeug, welches mehr zur Manipulation missbraucht wurde. Ergo liegt es nahe, diesen zu ersetzen. Die Entwicklung sieht ganz danach aus. Wann hat Google den PageRank letztmalig offiziell erwähnt? Der PageRank ist nichts anderes mehr als ein buntes lautes Spielzeug. Leider glauben noch viele daran. Ich kenne das Beispiel einer Seite, welche gar keinen PageRank mehr besitzt, aber dennoch sehr gut geranked wird. Hier wendet man Black Hat SEO auf höchstem Niveau an. Sehr interessant! Weiterhin bringt der Weggang vom klassischen PageRank für Google viele Vorteile mit sich. Viele natürliche Sachverhalte werden beim PageRank, wie eine Nebenwirkung, negativ bewertet. Google hat vor kurzem bekannt gegeben, dass der PageRank in diesem Jahr nicht mehr aktualisiert wird. Das ist ein klares Zeichen. Entweder wird der PageRank abgeschafft oder es kommt ein Update, welches den Wert des PageRank mit gleichem Namen, aber unter vollkommen neuen Gesichtspunkten darstellen wird.

Ihre Artikel sind allerdings nichts anderes, als guter content mit backlink. Das ist das was Google will.

Der Werbetherapeut:
das O.O.PR-System ist ja vor allem auf der Idee aufgebaut, dass ich individuelle Texte alle 3 – 4 Tage versende. Da die Texte ja Unique-Content sind, ist ja zumindest diese Idee von mir – durchaus sinnvoll oder würden Sie sagen es wäre besser nur 1x pro Woche was zu versenden. Ich bin der durchaus simplen Meinung – im WWW sind mehr Texte von mir – auch öfter und besser zu finden und wenn ich mir die Zugriffszahlen meiner Texte ansehe – dann hab ich pro Jahr bei einer einzigen Aussendung rund 5.000 bis 10.000 Leser. Ergo – bei 10 Texten das 10fache und so weiter. Ich plädiere ja für 30 Texte die dann innerhalb von 4 Monaten versandt werden sollen. Wie stehen Sie dazu?

Jörg Leonhard:
Einen klaren Wert gibt es dazu nicht. Zwei Pressemitteilungen in der Woche sind wünschenswert.
Bevor man schlechte Texte verfasst, sollte man sich lieber etwas Zeit nehmen. Schlechte Artikel liest niemand. Mit Sicherheit wird Google künftig die Verweildauer auf den Seiten als Kriterium nutzen, um die Qualität der Information zu bewerten. Wenn das nicht jetzt schon der Fall ist. Auf einem guten Artikel ist die Verweildauer hoch, bei einem schlechten Artikel wird der User abspringen. Nichts desto trotz muss nicht jeder Artikel die Qualität haben, um einen Pulitzer Preis zu gewinnen. Auf PortalDerWirtschaft.de ist die durchschnittliche Verweildauer größer als 150 Sekunden. Der weltweite Durchschnitt liegt, laut Wikipedia, bei 40 Sekunden. Ich muss dabei allerdings erwähnen, dass wir viel Zeit aufwenden, jeden einzelnen Artikel zu prüfen. Weiterhin betreiben wir einen enormen Aufwand, was den technischen Aufbau von PortlDerWirtschaft.de angeht. Gerade die Frage, wie die Informationen semantisch zusammengesetzt werden, ist ein entscheidender Faktor. Diesbezüglich ist Presseportal nicht gleich Presseportal. Leider sieht der User dies nicht. Wir arbeiten hier seit Monaten an neuen Verfahren, das unter anderem auch dublicate content eine Chance gibt. Genaueres kann ich dazu leider nicht sagen.

Der Werbetherapeut:
Noch eine Sache – für mich geht es bei den Aussendungen eigentlich IMMER nur um die Zahl der erreichten Leser – und jene Zahl, die dann von der Pressemeldung auf die eigentliche Homepage oder den Shop des Kunden wechselt. Und ich konnte in den letzten 3 Jahren die Zugriffe auf meiner eigenen Homepage um 300% steigern. Habe jetzt pro Tag ca 200 – 350 Visits. Und ich weiß von Beobachtungen von Klienten, für die ich eine neue Homepage erstellt habe, die nach dem Onlinestart natürlich noch keinerlei Zugriffe verzeichnete, alleine durch Online-PR Aussendungen, diese Zugriffe vom Start weg kontinuierlich steigern konnte – und zwar nachhaltig. Also, nicht so wie bei Google-Anzeigen – Bezahlung bei jedem einzelnen Klick. Und genau da sehe ich, dass zwar die Zugriffe pro Tag nicht berauschend sind, aber eben – Tag für Tag. Und wenn ich dann einen zweiten oder dritten oder oben, wie ich sie nenne – die magische Schwelle von 30 Pressetexte über einen Zeitraum von 3 Monate versende, dann komme ich da schon auf Tausende Zugriffe. Also, eine Aussendung ist gut, aber dauernde Aussendungen von “interessanten und informierenden Texten” bringen mehr.

Jörg Leonhard:
Googles mächtigste Waffe gegen Manipulation ist Trägheit. Deshalb wachsen die Zahlen nur langsam. In den Statistiken kann man das sehr schön sehen, wenn sich über Tage hinweg Sattelpunkte bilden. Hier sieht man deutlich den Eingriff durch Google.
Aber ja, sie haben Recht. Die Erstellung von gutem content kostet einmalig Geld und bringt dafür über Jahre hinweg Besucher. Weiterhin muss man nicht befürchten von einem Google-Update abgestraft zu werden. Ich denke da gerade an ein großes Stadtportal, das jedem bekannt ist.
Hier hat man jährlich rund 10 Millionen Euro Gewinn gemacht. Leider hat man sich dabei auf SEO-Tricks verlassen. Mit dem Pinguin brachen die Besucherzahlen um 70% ein.
Das Ganze war mehr als absehbar.

Der Werbetherapeut:
wichtig ist ja mir auch noch zu betonen, dass ich versuche in den vielen PR-Texten, die ich für meine Kunden verfasse, immer auch einen echten Mehrwert einzubauen. Egal ob als Tipp oder Information – oder als Hinweis auf einen Download. Zu Beginn habe auch ich den Fehler gemacht, dass ich einfach nur typisches PR-Geplapper in den Texten geschrieben habe.

Jörg Leonhard:
Alles andere macht auch keinen Sinn. Was sucht der User? Eine Information, die ihm hilft ein Problem zu lösen. Hier haben wir häufig die Pressemitteilung in dem Stil “Unternehmung XY hat einen neuen Geschäftsführer”. Wo ist da der Mehrwert? Wen interessiert das? Interessante Fragen, wie zum Beispiel, was sich ändern wird oder was die Unternehmung dadurch besser kann, werden nicht beantwortet.

Der Werbetherapeut:
Und oft kommen die Texte auch direkt von hochbezahlten PR-Agenturen – da frag ich mich dann schon öfters… na ja, aber das ist ja jetzt nicht unser Thema. Jedenfalls ich habe daraus gelernt und habe belangloses bla bla bla aus den Texten verbannt. Ich versuche jetzt die vielen Online-PR-Texte die ich für meine Klienten schreibe, grundsätzlich in 2 Gruppen einzuteilen. Ein Teil sind detaillierte Information über möglichst ALLE Produkte und Dienstleistungen des Kunden oder des Unternehmens. Also nicht ein Text zu allen Produkten, sondern im Idealfall, zu jedem einzelnen Produkt ein oder mehrere Texte. Ich habe einen Kunden, der hat nur ein einziges Produkt, einen Zuckerersatzstoff und da habe ich bereits 30 (!) Texte verfasst. Immer mit einem anderen Zugang oder einem anderen Vorteil oder einer anderen Verwendung des Produktes. Und der zweite Teil sind Tipps und Tricks und Know-How, die in den PR-Texten vermittelt werden sollen. Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Inhalten von Online-PR-Texten?

Jörg Leonhard:
Man muss das wissenschaftlich betrachten. Wenn ich ein (!) Thema von vielen Seiten betrachte, so greife ich zwangsläufig deutlich mehr Aspekte auf, als in einer einzelnen Pressemitteilung. Das semantische Netz wird größer. Je mehr Google über eine Unternehmung weiß, desto mehr Zugriffe werden erfolgen. Man muss dabei bedenken, dass niemand nach dem Begriff “Zelt” sucht. Eine natürliche Suche ist “Zelt für drei Personen”. Diese zusammengesetzten Suchbegriffe nennt man longtail. SEOs sprechen nicht gerne über longtail, da er sich nicht erfassen lässt. Schreiben Sie nun viele Texte zu dem Thema Zelt, so werden Sie auch zu anderen Suchanfragen gefunden. Der Eine sucht nach ” robustes Zelt für drei Personen”, der andere wiederum nach einem “Zelt für den Familienurlaub” oder nach einem bestimmten Material. Es wird klar, dass man nur dann gefunden wird, wenn man in mehreren Texten diese Themen aufgreift. Gerade bei kleinen Firmen ist oft viel spezialisiertes Fachwissen vorhanden. Aber niemand teilt es Google mit. Google kann aber nicht Hellsehen.

Der Werbetherapeut:
Jetzt kommen wir auf den “wunden” Punkt meines Systems. Ich sage – versende deine Pressemeldung über eine Sammelplattform, die an viele kleine Presseplattform weiterleitet. Sie sagen, Quatsch – eine einzige größere Online-Nachrichtenplattform tut es auch. Jetzt sage ich natürlich – eh klar, müssen Sie ja sagen – Sie sind ja so eine Einzelplattform. Werden wir noch Freunde werden ;-)

Jörg Leonhard:
Herr Gmeiner, das wird knapp.
Google straft das mehrfache Verteilen desselben Inhalts ohne weiteren Mehrwert offiziell ab. Selten, dass Google eine so klare Aussage trifft. Dieses Wissen ist leider noch nicht weit verbreitet. Deshalb hält sich das System “Wir verteilen in 150 Presseportale” leider hartnäckig. Für PR-Agenturen ist dies einfach nur ein Klick und der Kunde ist mächtig beeindruckt. Matt Cutts (Google) sagte folgendes: “Es gibt einige Penalties, die mit dem Konzept zusammenhängen, dass eine Site den gleichen content wie eine andere Site anbietet. (..) Wenn ihr beispielsweise content wiederveröffentlicht ohne Mehrwert hinzuzufügen.” In meinem Artikel “Online-PR 2013- Was ist neu?”, http://www.portalderwirtschaft.de/pressemitteilung/196660/online-pr-2013-was-ist-neu.html
habe ich dies näher beschrieben. Ich hatte einen unserer Artikel über einen großen Verteiler geschickt. Nach sechs Monaten waren nur eine Handvoll Artikel im Web zu finden. Auf die Besucherzahlen hatte dies keinerlei Einfluss. In Google Analytics kann man präzise sehen, ob über einen der Artikel zugegriffen wurde oder nicht. Ich lade Sie ein, das Interview über diesen Weg zu verteilen und dann sprechen wir uns in sechs Monaten wieder. Doppelte Inhalte, dublicate content, führen zur Abstrafung, da es sich um eine Manipulation handelt. Die Kunst der Presseportale liegt hier im Nebensatz von Matt Cutts “ohne einen Mehrwert hinzuzufügen”. Im kommenden Jahr wird es auf PortalDerWirtschaft ein großes Release geben. Dann werden wir auch dublicate content einen Mehrwert hinzufügen können. Unique content ist und bleibt aber einfach deutlich effektiver.

Der Werbetherapeut:
Ich habe im Vorfeld, aufgrund unseres Gesprächs, einige meiner Aussendungen für Klienten beobachtet und analysiert. Wenn ich über nur eine einzige Plattform versende, werde ich bei Google einmal angezeigt. Habe aber auch nur einmal die Chance, Leser auf diese Nachricht zu leiten. Wenn ich über einen der Presseverteiler, die an 100 oder mehr Presseportale versendet, meine Aussendung mache, dann werde ich von Google zumeist zwischen 3 und 8 mal gezeigt. Meine Logik: ich werde daher auch 3x leichter und öfter gefunden.

Jörg Leonhard:
Die Logik ist leider falsch. Sie konkurrieren mit Ihren eigenen Artikeln. Davon haben Sie nichts. Wenn Sie mehrfach angezeigt werden, dann nur auf den hinteren Seiten. 90% der User klicken aber nicht mal auf Seite 2 der Suchergebnisse. Nicht umsonst steht am Ende jeder Google-Suche der Satz:
“Damit Sie nur die relevantesten Ergebnisse erhalten, wurden einige Einträge ausgelassen, die den 4 angezeigten Treffern sehr ähnlich sind. Sie können bei Bedarf die Suche unter Einbeziehung der übersprungenen Ergebnisse wiederholen.” Der Inhalt Ihres Textes ist derselbe. Es hat keinen Mehrwert, aber sie nehmen die Abstrafung in Kauf.

Der Werbetherapeut:
Ich bin für konkrete Aussagen. Das von mir entwickelte O.O. PR-System ist also grundsätzlich gut, aber man könnte (und laut Ihrer Meinung sollte man auch) nur über eine einzige Plattform versenden, bei gleichem Erfolg und gleicher langfristiger Findbarkeit?

Jörg Leonhard:
Ja, alles andere ist eine Manipulation und führt zur Abstrafung. Sie hätten eine bessere Sichtbarkeit ohne Penalty. Was dabei zu beachten ist, dass Sie ein gutes Presseportal finden. Wie lange gibt es die Seite schon? Bei einer alten Seite kann ich davon ausgehen, dass die Leute wissen was Sie tun und es dieses Portal auch noch lange geben wird. Ergo wird Ihr Artikel auch lange im Web zu finden sein und Sie können sich nach und nach eine digitale Historie aufbauen. PortalDerWirtschaft.de besteht seit dem Jahr 2000. Ich keine keinen älteren Konkurrenten. Wir haben immer sauber gearbeitet, sodass wir von Google Penalties verschont blieben.

Es gibt noch weitere wichtige Fragen. Wie sieht das Umfeld auf der Seite aus? Gibt es eine schlechte “Nachbarschaft”, weil es dort Artikel zu unseriösen Themen gibt? Wie sieht es mit Werbung aus? Das sind alles Dinge, die seitens Google zu einer Abwertung führen. Dies ist nicht für Google so, sondern auch für den Menschen. Wenn Sie einen Artikel schreiben, möchten Sie diesen dann neben Werbung für Viagra oder Online Casinos sehen? Möchten Sie sich so Ihrem Kunden präsentieren? Google erfasst das Umfeld Ihrer Artikel genauso, wie den Inhalt selbst. Das ist der Grund weshalb PortalDerWirtschaft.de werbefrei ist, auch wenn wir damit auf Werbeeinnahmen verzichten. Qualität setzt sich durch. Ich bin mir sicher, dass alle Ihre Kunden das genauso sehen.

Der Werbetherapeut:
Sie kennen jetzt mein System – was würden Sie mir für Tipps für Verbesserung mit auf den Weg geben? Sowohl für die Textierung oder die Themenwahl, als auch für den Versand?

Jörg Leonhard:
Sie lassen viele gute Dinge aus, wenn Sie sich nicht mit technischen Aspekten befassen. Eine Website, die bezüglich des technischen Aufbaus gegen die Google guidelines verstößt, wird niemals gut ranken. Ein Beispiel sind lahme Server. Wenn Ihre Seite nicht viel traffic vertragen kann, wird Google Ihnen auch nicht viel traffic zuweisen. Auch der Crawler wird entsprechend weniger content erfassen. Sie sollten sich zumindest mit den Basics beschäftigen.
Die Informationen aus Google Analytics sind die wichtigste Grundlage für SEO. Woher kommen meine Zugriffe? Welche Artikel bringen am meisten traffic? Welchen Themen sollte ich mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen? Wie viele Zugriffe sind organisch und vor allen Dingen: Habe ich überhaupt Erfolg? Allein zu dem Thema könnte man mehr als ein Buch schreiben. Ich denke da an einen Bekannten, der recht guten traffic auf der Seite hatte, aber kaum etwas verkaufte. Ein Blick in die Daten verriet, dass die Besucher beim Bestellvorgang absprangen. Hier lag das Problem in der Ergonomie der Seite. Dies konnte mit wenig Aufwand schnell behoben werden.

Der Werbetherapeut:
Noch was, Sie haben ja auf Ihrer Website auch Unterthemen, in die man Termine für Seminare oder messen, aber auch Jobausschreibungen eintragen kann. Sind auch solche Dinge wichtig für mein SEO oder für steigende Zugriffe auf meiner Homepage? Haben Sie auch das untersucht und beobachtet?

Jörg Leonhard:
Aber sicher! Google weiß mit jeder Information mehr über Sie. Wenn Sie es richtig machen, bringt jeder Eintrag mit unique content einen sauberen Backlink mit Mehrwert. Darüber hinaus haben Sie eine höhere Sichtbarkeit, da Sie sich mit einem Seminartermin in einem ganz anderen semantischen Umfeld befinden. Dies ist dann ein Teil des Portals, der sich allein auf das Thema Seminare spezialisiert hat. Google erkennt dies. Die Einsteller profitieren gegenseitig von einander.

Der Werbetherapeut:
Noch eine Frage zu den “Conversions” – ein Ausdruck, der ja eigentlich von Google geprägt wurde. Also, wie sieht es aus – was muss ich machen, um die Leser von meiner Pressemeldung, auf meine Homepage zu locken. Denn, da will ich sie ja schlussendlich hin haben. Gibt es Tipps und Tricks?

Jörg Leonhard:
Eine conversion hängt von vielen Faktoren ab. Wie gut ist mein Produkt? Wie gut ist meine Website? Wie steht es um Softwareergonomie? Wie erwartungskonform sind die Abläufe? Ist die Seite fehlertolerant? Kann der Kunde alle Informationen erfassen, die für seine Kaufentscheidung von Bedeutung sind? Das Ergebnis einer conversion muss nicht immer ein Verkauf sein. Es kann auch ein Like auf Facebook oder auch eine Beschwerde sein. Wichtig ist, dass der User in Aktion mit meiner Website tritt. Vielleicht habe ich aber auch polarisiert, indem ich eine konträre Meinung vertrete.

Der Werbetherapeut:
Genau da treffen wir uns wieder. Ich bin ja immer für “Information”. Je besser ich meine Kunden über meine Angebote informiere, desto eher werden Sie zu mir auf die Homepage kommen. Und auch polarisieren ist immer eine Methode, um Menschen zu einer Reaktion zu verführen. Nichts ist schlimmer als, 08/16 Bla bla bla. Und ich setze Ihren Ausführungen noch einen wichtigen Tipp hinzu. Das Internet ist immer noch das Gratis Medium – alle suchen nach Gratis Infos. Also gebt den Leuten Gratis Infos. Egal ob in Form von Videos oder eBooks oder ganz einfach Content. Wichtig ist, das der User oder der potentielle Kunde mit mir interagiert. Das ich Reaktionen provoziere. Nichtreaktion bringt mir nichts – Reaktion bringt Mehrwert.

Jörg Leonhard:
Vollkommen richtig! Interagiert der User mit mir, so überlässt er mir ja auch Informationen, die mir weiterhelfen, ihn zu meinem Kunden zu machen. Beziehen wir das auf den Zusammenhang mit der Pressemitteilung, so muss der Artikel erst mal gefunden werden. Hier ist ein möglichst weit gespanntes semantisches Netz wichtig. Wir erinnern uns, eine natürliche Suche ist ein Longtail. Dann muss der Artikel gut sein und dem User einen Mehrwert bieten. Der Text muss dem User vermitteln, dass Sie in dem Bereich ein Spezialist sind. Genau das versucht Google ja ebenfalls herauszufinden. Kommen wir dann in den Shop und zu der eigentlichen conversion, so muss der User das finden, was er erwartet. Ein funktionierendes System, die Möglichkeit zur Orientierung und natürlich einen Kaufanreiz. Weshalb soll der User das Produkt bei mir kaufen? Was so selbstverständlich klingt, ist leider die Ausnahme. Ich persönlich halte Transparenz für den wichtigsten Faktor einer conversion. Transparenz schafft Vertrauen. Da ist Preis fast sekundär.

Der Werbetherapeut:
Da haben wir ja einiges gelernt, aber die eine für mich entscheidende Frage – ist mehr weniger, wurde noch nicht ganz geklärt. Daher machen wir einen Versuch. Wir versenden dieses Interview mal auf meine Weise. Nämlich nach dem O.O.PR-System und damit über einen Presseverteiler, der breit fächert und versendet. Also an viele kleine Presseplattformen. Und dann sehen wir mal wieviele Zugriffe und gegebenenfalls Reaktionen wir generieren können und bei unserem nächsten Interview machen wir es auf Ihre Art- und versenden nur über einen einzigen Presseverteiler.

Was halten Sie davon?

Jörg Leonhard:
Schauen wir uns das Ganze an. Ich bin gespannt!

Der Werbetherapeut:
Glauben Sie mir – ich auch! Profitieren werden von diesen Erkenntnissen in jedem Fall unsere Klienten – die erfahren das Ergebnis als erste.

Soweit das Interview der beiden Fachleute.
Wenn Sie selbst zu dieser Diskussion beitragen wollen, oder aber ein Angebot oder Coaching zu den Themengebieten Klassische PR, Online-PR oder dem O.O.PR-System haben wollen, dann schreiben Sie an den Werbetherapeuten werbetherapeut@chello.at http://www.werbetherapeut.com oder besuchen Sie die Seite von Jörg Leonhard http://www.portalderwirtschaft.de für die Aussendung Ihrer Online-PR.

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Alois Gmeiner ist der WERBETHERAPEUT!
Querdenker und Innovator – und seit über 20 Jahren im Marketing, in der Werbung und in der PR tätig. Autor von über 40 (!) Büchern. Erfinder der Low-Budget Werbung, des NO-Budget-Marketing und des O.O. PR-Systems!

Gmeiner wird von der Presse als der deutsche Guerilla Marketing Guru bezeichnet.

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