GMES- Bedarfsstudie Bayern: Studie zur zukünftigen Nutzung der GMES-Daten und -Dienste

GMES- Bedarfsstudie Bayern: Studie zur zukünftigen Nutzung der GMES-Daten und -Dienste

(NL/1223718980) München, 6.12.2012
Die GAF AG hat gemeinsam mit ESRI Deutschland und con terra, Münster eine Studie zum Nutzungspotential von GMES* -Daten und -Diensten im staatlichen Bereich für das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie durchgeführt. Ziel der Studie war die Identifikation und Spezifikation von Verfahren, die auf Grundlage bereits aktuell etablierter oder in Kürze verfügbarer GMES-Dienste unter spezieller Berücksichtigung der Sentinel-Daten das Nutzenpotenzial von Satelliteninformationen für staatliche Aufgaben aufzeigen sollen.

Die Studie legt den Mehrwert der GMES* -Daten und Dienste gegenüber traditionellen Verfahren dar und weist nach, dass die Ergebnisse effizienzsteigernd eingesetzt werden können. Sie identifiziert und spezifiziert damit GMES-Dienste, die kurz- bis mittelfristig im operativen Tagesgeschäft innerhalb der bayerischen Behörden umgesetzt werden können. Es werden zusammen mit den Ministerien für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, für Umwelt und Gesundheit, für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, für Finanzen und des Inneren konkrete staatliche Aufgaben identifiziert, die mit Hilfe von Satellitendiensten aktuell etablierte Verfahren optimieren, oder die sogar die Erfüllung staatlicher Aufgaben erst ermöglichen, die ohne diese Dienste gar nicht umsetzbar wären.

Daraus wurden folgende vier potentielle Pilotprojekte ausgewählt, die ein hohes Verbesserungspotential bieten und besonders effizient umsetzbar sind:
1. Bodenabsenkungen in Gebieten mit Altbergbau – In Bereichen aufgelassener Bergbaugebiete treten häufig und nicht vorhersehbar Bodenabsenkungen auf. Diese automatisch mit Radar-Daten in großen Arealen von mehreren 100 qkm zu erfassen und auszuwerten ist erst seit Kurzem möglich und führt zu einer enormen Arbeitserleichterung und Effizienzsteigerung innerhalb der verantwortlichen Behörden.
2. Grünfutterertragsabschätzung – Die Energiewende und die Eiweißoffensive (Erhöhung des produzierten Eiweißanteils) in Bayern erfordern eine präzise Kenntnis der erzielten Ernteerträge von Grünfutter. Deshalb wird ein Verfahren entwickelt, das auf Basis von Radarsatelliten die Schnittzeitpunkte von Wiesen tagesgenau detektiert und das den Aufwuchs zwischen zwei Schnitten mittels etablierter Modellrechnungen ermittelt.
3. Vitalitätsentwicklungen von Waldbeständen – Die Waldzustandserhebung erfolgt bisher stichprobenbasiert nach einem festgelegten Verfahren. Flächendeckendes Erkennen von Vitalitätsveränderungen im Wald ist bisher kein etabliertes Verfahren und soll unter Nutzung von Infrarot-Sensoren die Detektion von Vitalitätsveränderungen innerhalb von wenigen Tagen ermöglichen.
4. Futtermittelsicherheit – Der Eintrag von Schad- und Giftstoffen auf Acker- und Grünflächen durch Rauchfahnen oder Überschwemmungen ist für die Qualität von Futtermitteln von hoher Wichtigkeit. Die Entwicklung eines EO-basierten Verfahrens, das Schadensereignisse schnell detektiert, diese mit meteorologischen Informationen verschneidet, um schnell auf gefährdete Flächen rückschließen zu können wird deshalb angestrebt.

Dr. Stefan Saradeth, GAF COO, verweist in diesem Zusammenhang auf die langjährige und breite Erfahrung der GAF im GMES Kontext. Die GAF hat in den letzten 10 Jahren mehr als 20 GMES Vorhaben erfolgreich implementiert, speziell in den Anwendungsbereichen Monitoring von Landoberfläche und nachwachsenden Rohstoffen, Überwachung der Atmosphäre sowie im Katastrophen- und Krisenmanagement. Darüberhinaus setzt die GAF ihre GMES Erfahrung bereits erfolgreich ein, um außereuropäische Märkte zu erschließen.”

Der Auftraggeber ist sich sicher, mit der Studie den Einsatz von GMES-Diensten für die Aufgabenerfüllung im staatlichen Bereich zu unterstützten. Ministerialrat Dietmar Schneyer vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur Verkehr und Technologie verweist auf die führende Position Bayerns bei der Nutzung von Satellitendiensten für die öffentliche Verwaltung:Die strategischen Vorteile für Bayern durch den frühzeitigen Einsatz von Satelliteninformationen liegen auf der Hand: Satellitendienste können in der bayerischen Verwaltung als zusätzliches innovatives operatives Instrument zur Aufgabenerfüllung verankert werden und damit die Insitu-Daten und deren Aktualität wesentlich aufwerten. Umgesetzte Pilotverfahren dienen als Vorreiter dazu. Der Freistaat Bayern bringt sich damit für den operativen Einsatz innovativer Erdbeobachtungsverfahren und Satellitendiensten in öffentlichen Verwaltungen in eine Pole-Position.

*Global Monitoring for Environment and Security (GMES),
deutsch: Globales Monitoring für Umwelt und Sicherheit

Über die GAF AG
Die GAF wurde als erste deutsche Firma für angewandte Fernerkundung vor 27 Jahren mit Sitz in München gegründet. Heute ist die GAF einer der größten europäischen Geoinformationsdienstleister mit dem Schwerpunkt Erdbeobachtung. Besonders hervorzuheben ist ihre Rolle als einer der größten Vertreiber kommerzieller Erdbeobachtungsdaten im europäischen und deutschsprachigen Raum, die langjährige tiefgreifende fachliche und technische Erfahrung in der Anwendung von Fernerkundungsdaten, und die umfangreiche nationale und internationale Erfahrung bei der Projektdurchführung und Dienstleistungen. Die Firma verfügt über eine starke Präsenz bei vielen nationalen Kunden, der EU, ESA, Weltbank, sowie internationalen Aktivitäten in über 100 Ländern in Europa, Afrika, Asien und Südamerika. Die GAF bietet mit ihren 170 Mitarbeitern ein umfassendes Portfolio an Daten und Dienstleistungen: Erdbeobachtungs- und andere Geodaten, Datenanalysen, GIS- und Datenbank, Informationsproduktion, Projekte zum Kapazitätsaufbau in den Bereichen natürliche Ressourcen, Umwelt, kritische Infrastrukturen und Sicherheit. Die GAF ist Teil der Telespazio-Gruppe, einem Unternehmen von Finmeccanica und Thales, mit mehr als 6500 Mitarbeitern allein in Deutschland.

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GAF AG
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E-mail: info@gaf.de
Website: www.gaf.de

Die Studie ist zu beziehen über das
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
Peter Seige, Referat VIII/4, Abteilung Innovation, Forschung, Technologie
Tel. : 49 (0)89 2162-2265
Postanschrift: 80525 München
E-Mail: peter.seige@stmwivt.bayern.de

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